Auf CD: "Hope@Home"
Die Highlights der ARTE Concert-Reihe auf CD
CD / Deutschland 2020

Deutsche Grammophon
78 Minuten
Preis: 18,90 
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Inhalt
​Für alle, die in Coronazeiten die Live-Kultur vermissen, hat ARTE ein Rezept im Programm: „Hope@Home“ - ein Projekt des kreativen musikalischen Allrounders Daniel Hope. Zu spontanen Konzerten lädt Hope dabei KünstlerInnen und FreundInnen zu sich nach Hause in sein Wohnzimmer ein, natürlich eine/n nach der/dem anderen und mit dem gebotenen Sicherheitsabstand. Mit Musik und Gesprächen leistet er so seinen ganz eigenen Beitrag zur „Krisenbewältigung“. "Wir sollten und müssen in diesen Zeiten zu Hause bleiben. Aber wir müssen ebenso unsere Musik teilen, denn sie ist eine Quelle für Geborgenheit und Inspiration", beschreibt Hope die 34teilige Reihe „Hope@Home“ auf ARTE Concert, deren Highlights nun auf CD vorliegen.

Oder anders gesagt: "Konnte man nicht auch zu Hause etwas produzieren, das genauso gut klang wie im Konzertsaal?" In Zeiten kulturellen und gesellschaftlichen Lockdowns untätig in seiner Berliner Wohnung zu verharren kam für Daniel Hope ebenso wenig infrage wie spontane Hauskonzerte mit unbefriedigendem Handy-Sound: Schließlich gehe es, so der Geiger, "bei klassischer Musik vor allem um den Klang«" Also entwickelte er mit Unterstützung von ARTE ein spezielles Konzertformat und verwandelte sein Wohnzimmer in ein Hightech-Fernsehstudio. 

Innerhalb kürzester Zeit war das Livestream-Projekt Hope@Home geboren: 34 Hauskonzerte, die live bei ARTE und auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Grammophon übertragen wurden und aus der das Label jetzt Highlights auf diesem Album veröffentlicht. Wie von selbst ergab sich dabei das vielfältige Programm dieser ganz neuen Form nach Art der klassischen Berliner Salons: "Das Projekt bot mir die Möglichkeit, Kammermusik unterschiedlichster Genres auszuwählen, für die ich bis dahin noch nicht das ideale Konzertformat gefunden hatte, um sie einem breiten Publikum zu präsentieren", sagt Daniel Hope. "Hope@Home hat das geändert."

Entstanden ist eine spannende und zudem grandios musizierte Sammlung von Stücken für Violine und Klavier, die von Schuberts An die Musik und Rachmaninows Vocalise bis zu Mancinis Moon River oder Weills Lost in the Stars reicht. Und auch illustre Gäste sorgen für Abwechslung: ob Soul-Sängerin Joy Denalane, Rapper Max Herre, Schauspielerin Iris Berben, Spitzentrompeter Till Brönner oder Max Raabe – sie alle folgten begeistert Daniel Hopes Einladung, ihm musikalisch Gesellschaft zu leisten. Quasi zum festen Inventar gehörte von Beginn an der Pianist und Komponist Christoph Israel: Er begleitet den Geiger in zahlreichen Werken am Klavier und lieferte eine Reihe von exzellenten Arrangements.

Hope@Home – das ist auch die glückliche Verbindung von künstlerischem Können mit Spontaneität und Direktheit. "Es gab kein Drehbuch und keinen Redakteur. Wir legten einfach los und improvisierten", schreibt Hope im von ihm verfassten Kommentartext zum Album, der interessante Hintergrundinfos zur Entstehung dieser bemerkenswerten Konzertreihe liefert. Das Ergebnis ist purer Genuss: großartige authentische und ganz persönliche Aufnahmen aus dem Wohnzimmer eines Musikers.

Der in Südafrika geborene und aktuell in Berlin lebende britische Geiger setzt darauf, Barrieren zu überwinden, die Individuen, Gemeinschaften und Nationen trennen. Nachdem er sich als jüngstes Mitglied des Beaux Arts Trios einen Namen gemacht hat, konzentriert er sich auf seine Solokarriere und hat mit den wichtigsten Orchestern und Dirigenten der Welt gespielt und viele Ensembles von der Violine aus geleitet. Außerdem spielt er Kammermusik an einer Vielzahl neuer und traditioneller Orte. In den Jahren 2016 - 17 trat Hope die Nachfolge von Roger Norrington als Musikdirektor des Zürcher Kammerorchesters an. In der vergangenen Saison begann er seine Amtszeit als Music Director des New Century Chamber Orchestra in San Francisco, kehrte für seine 16. und letzte Saison als Associate Artistic Director des Savannah Music Festival in Georgia zurück und wurde künstlerischer Leiter der Dresdner Frauenkirche, die er auch als Symbol für Frieden, Versöhnung und Toleranz betrachtet.Seit März 2020 ist er Präsident des Beethovenhauses Bonn, ein Ehrenamt, das vor ihm u.a. Kurt Masur innehatte. Als musikalischer Aktivist, der sich in vielen kulturellen und sozialen Bereichen engagiert, moderiert er seit 2016 eine wöchentliche Radiosendung auf WDR 3, veröffentlichte vier Bücher und veranstaltet eine eigene Konzertreihe im Berliner Konzerthaus. Seine Leistungen wurden mit einer Reihe von Ehrungen gewürdigt, darunter mit dem Europäischen Kulturpreis für Musik (2015) und dem Bundesverdienstkreuz am Bande (2017).
Szenenfotos